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Projekt Wärmetauscher

Realisierung

Fügen von Lamellen und Tauscherrohren mittels Fluid:
Bei diesem Verfahren wird im Inneren des Rohres ein hydrostatischer Druck aufgebaut, der eine plastische Verformung des Rohres ermöglicht. Der Druck muss dabei einen Wert annehmen, der einerseits eine kraftschlüssige Verbindung mit den Lamellen zulässt, andererseits kein Bersten des Rohres ermöglicht. Aus diesem Grund erfolgte im ersten Forschungsschwerpunkt die Definition der optimalen Fügedrücke sowie der Berstdrücke für verschiedene Werkstoffe mit unterschiedlichen Wanddicken und Rohrabmessungen bzw. Lamellenabmessungen.
Fügen von Lamellen und Tauscherrohren mittels Gas:
Vor allem bei Wärmetauschern die im Betrieb nicht mit Wasser gefüllt werden, bietet sich eine trockene Fertigung beim Fügen von Lamellen und Tauscherrohren an. Hierbei kann Gas (Stickstoff) als geeignetes Druckmedium eingesetzt werden. Mit Hilfe der Gasforming Anlage am Fraunhofer IWU konnte der Nachweis der Machbarkeit erbracht werden. Ziel war es, die Ergebnisse des Fügens mit flüssigem Wirkmedium auch mit gasförmigem Medium nachweisen zu können. Dabei konnten die gleichen Berstdrücke wie bei der Umformung mit flüssigem Wirkmedium ermittelt werden.
Fügen von Lamellen und Tauscherrohren mit Hilfe von Elastomerschläuchen:
Da der Gasformingprozess sehr kostenintensiv ist, sollte in einem weiteren Forschungsschwerpunkt Alternativen zu einem „trockenen Prozess“ untersucht werden. Hierbei kam das Fügen mit Hilfe von Elastomerschläuchen in Betracht. Untersuchungen haben allerdings gezeigt, dass ein Serieneinsatz mit Elastomerschläuchen nicht geeignet ist. Resultierend aus diesem Ergebnis mussten andere Möglichkeiten gesucht werden. Aus diesem Grund erfolgten Überlegungen zum partiellen Aufweiten. Ziel war es weiterhin das Fluid nach der Umformung weitestgehend aus dem umzuformenden Halbzeug zu entfernen.
Daraufhin wurde eine Lanzensystem entwickelt, was zu einem vielversprechendem Ergebnis führte. Dabei wurde deutlich, dass die Aufweitung höher ausfällt als beim konventionellen Aufweiten mit Fluid. Die Versuche haben gezeigt, dass bis zu einem Druck von 700 bar das Lanzensystem eine Dichtheit gewährleisten konnte.
Wirkmedienbasiertes Fügen:
Ziel des wirkmedienbasierten Fügen ist eine feste Verbindung beispielsweise zwischen einem Tauscherrohr und einem Bogen oder einer Haarnadel. Dabei sollen komplizierte Schweißnähte, die derzeitig hauptsächlich bei Edelstahlrohren Anwendung finden, ersetzt werden. Für die Untersuchungen wurden verschiedene Klebstoffe ausgewählt. Die Fügeversuche haben gezeigt, dass die so hergestellten Verbindungen von Haarnadeln und Tauscherrohren den Anforderungen im Betriebszustand von Wärmetauschern standhalten können. Weiterhin ist es denkbar, den kompletten Wärmetauscher erst zu kleben und anschließend alle Lamellen zu fügen.